Erste Ausstellung geretteter Werke zeitgenössischer usbekischer Künstler

Ort: Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin

Datum: 02.06.2025

Anlass: Unternehmerinnenkonferenz „Women in Business & Society: Unternehmerinnen aus Usbekistan und Deutschland im Dialog“

Kuratorin: Zukhra Rakhmatova

Künstler: Sharifa Sharafkhodjaeva, Diyor Razikov, Nuriddin Rasulov

Projektbeschreibung:

Diese Ausstellung bildete den Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft. Gezeigt wurden gerettete Werke zeitgenössischer usbekischer Künstler, die während der Pandemie in Europa verschollen waren und von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Zukhra Rakhmatova in einer mehrwöchigen Suche wiedergefunden und bewahrt wurden.

Die Präsentation in der Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin stand symbolisch für die „Rückkehr der Kunst in die Heimat“ und markierte den öffentlichen Auftakt des Vereins. Im Rahmen der Konferenz wurde nicht nur die Ausstellung eröffnet, sondern auch die Gründung von San’at offiziell bekanntgegeben.

Als kulturelle Brückenplattform zwischen Deutschland und Usbekistan gestaltete San’at das Programm des Abends aktiv mit. In Kooperation mit der Primo Piano Musikschule wurde ein musikalischer Beitrag in das offizielle Programm integriert, bei dem ausgewählte klassische Kompositionen präsentiert wurden. Der künstlerische Rahmen bereicherte die Konferenz und schuf einen lebendigen Raum für interkulturellen Austausch zwischen Unternehmerinnen, Kulturschaffenden und Gästen aus beiden Ländern. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Menschen verbindet und Dialog ermöglicht.

Weitere Informationen:

 Ausstellung „Ein Vermächtnis über Jahrhunderte hinweg – Die usbekische Miniaturkunst“

Ort: Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin

Datum: 18.02.2026

Anlass: 585. Jubiläum von Alisher Navoi und des 543. Geburtstages von Zahiriddin Muhammad Bobur

Kuratorin: Zukhra Rakhmatova

Künstler: Avazbek Qodirov, Zilola Sulaymonova, Shohrux Butayev, Sabrina Jonibekova, Olim Omonov, Ibrat Fayzullaev

Die Ausstellung „Ein Vermächtnis über Jahrhunderte hinweg – Die usbekische Miniaturkunst“ von San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. anlässlich des 585. Jubiläums von Alisher Navoi und des 543. Geburtstages von Zahiriddin Muhammad Bobur präsentiert zeitgenössische Positionen der Miniaturmalerei aus Usbekistan und untersucht deren Verwurzelung in einer jahrhundertealten Bild- und Literaturtradition Zentralasiens. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich eine klassische Kunstform im Spannungsfeld von historischer Überlieferung und gegenwärtiger künstlerischer Praxis neu definiert.

Ausgangspunkt der Ausstellung bildet das literarische Erbe von Alisher Navoi und Zahiriddin Muhammad Babur, deren Werke seit dem 15. Jahrhundert zu den wichtigsten Quellen der Miniaturmalerei in Zentralasien zählen. Ihre Dichtung prägte nicht nur die literarische Kultur der Region, sondern auch eine reiche visuelle Bildsprache, in der Ethik, Spiritualität, Natur und gesellschaftliches Leben miteinander verwoben sind.

Ein zentraler Teil der Ausstellung widmet sich zeitgenössischen Miniaturen, die von Szenen aus der Chamsa Navoi inspiriert sind – einem der bedeutendsten poetischen Zyklen der Turksprachen und damit Ursprung der usbekischen Literaturtradition. Diese Werke knüpfen an die historische Praxis der Kalligraphie an und übertragen ihre narrative Bildlogik in die Gegenwart.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Miniaturen mit Darstellungen von traditionellen Teehäusern, Basaren, Musik und sozialen Begegnungen. Die Motive visualisieren gesellschaftliche Strukturen und kollektive Erfahrungsräume. Sie machen sichtbar, wie sich die kulturelle Identität des usbekischen Volkes in Bildern formt und bewahrt.

Zeitgenössische Miniaturkunst aus Usbekistan

Zukhra Rakhmatova bei ihrer Eröffnungsrede

Botschafter Dilshod Akhatov bei der Eröffnung der Ausstellung

Die Miniaturmalerei hatte ihre Blütezeit vom 14. bis 16. Jahrhundert, insbesondere während der Timuridenzeit. Sie entwickelte eine eigenständige Bildsprache in einer flachen Perspektive ohne Schatten und Tiefe, jenseits westlicher Perspektivsysteme. Raum, Zeit und Handlung erscheinen nicht illusionistisch, sondern simultan und symbolisch organisiert. Farbe, Ornament und Komposition dienen nicht der naturalistischen Abbildung, sondern der Vermittlung geistiger Inhalte, narrativer Verdichtung und ästhetischer Ordnung.

Die präsentierten Werke sind Arbeiten von Lehrenden und Absolventen zweier zentraler Ausbildungsstätten der usbekischen Miniaturkunst: der Abteilung „Miniatur und Buchgrafik“ des Nationalinstituts für Kunst und Design, benannt nach Kamoliddin Behzod, sowie der Republik-Spezialkunstschule für Lackminiatur, benannt nach Pavel Benkov, trägt. Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler verdeutlicht die Weitergabe künstlerischer Prinzipien über Generationen hinweg und zeigt zugleich individuelle zeitgenössische Handschriften innerhalb einer gemeinsamen Tradition.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Miniaturmalerei nicht nur als historisches Artefakt, sondern auch als lebendige visuelle Sprache zu entdecken – als Kunstform, die Literatur, Geschichte und Gegenwart in einem verdichteten Bildraum miteinander verbindet.

Geplante Projekte

Unsere Projekte verbinden zeitgenössische Kunst, kulturelles Erbe, Bildung und interkulturellen Dialog zwischen Usbekistan und Deutschland. Die nachfolgenden Projekte sind aktuell in Planung

Navro’z – Das zentralasiatische Neujahrsfest in Berlin

Navro’z ist eines der ältesten Kulturfeste Zentralasiens und steht für Erneuerung, Hoffnung und Neubeginn. In Kooperation mit deutschen Kulturinstitutionen bringt San’at dieses besondere Fest nach Berlin und zeigt, wie Navro’z in Usbekistan gefeiert wird.

Musik, Tanz, Kunst, Kulinarik und traditionelle Bräuche laden Berlinerinnen und Berliner dazu ein, den zentralasiatischen Jahresbeginn aus einer neuen kulturellen Perspektive kennenzulernen.

Ziel: Vermittlung usbekischer Kulturtraditionen und Förderung des interkulturellen Austauschs.

Internationale Kinderkunstausstellung zum Internationalen Kindertag (1. Juni)

Zum Internationalen Kindertag organisiert San’at eine internationale Kinderkunstausstellung mit Werken von Kindern aus Usbekistan und Deutschland. Präsentiert werden Arbeiten aus führenden Kunstschulen Usbekistans sowie von jungen Künstler:innen aus Deutschland.

Die Ausstellung schafft einen kreativen Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Kennenlernen.

Ziel: Förderung kultureller Bildung, Kreativität und internationaler Verständigung von Kindesalter an.

Deutsch-usbekisches Restaurierungs- und Wissensaustauschprojekt mit Dr. Anke Scharrahs

Projektbeschreibung: San’at plant ein internationales Restaurierungs- und Wissensaustauschprojekt in Kooperation mit der renommierten deutschen Restauratorin Dr. Anke Scharrahs. Dr. Scharrahs ist eine weltweit anerkannte Expertin für Konservierung und Restaurierung historischer und polychromer Holzobjekte sowie kunsthistorischer Innenräume. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erforschung und Restaurierung bedeutender kulturhistorischer Objekte, darunter internationale Restaurierungsprojekte wie die langjährige Restaurierung des berühmten Aleppo-Zimmers im Museum für Islamische Kunst in Berlin.

Im Rahmen dieses Projekts soll Dr. Scharrahs nach Usbekistan eingeladen werden, um gemeinsam mit lokalen Museen, Restaurator:innen und Kunstinstitutionen fachlichen Austausch zu initiieren, Workshops und Vorträge anzubieten und gemeinsame Ansätze zur Bewahrung kulturellen Erbes zu entwickeln.

Ziel: Aufbau nachhaltiger Kooperationen im Bereich Restaurierung und Kulturerhalt, professioneller Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Usbekistan sowie Stärkung des kulturellen Dialogs durch gemeinsames Wissen und praktische Zusammenarbeit.

Jubiläumsprojekt „35 Jahre Unabhängigkeit Usbekistans“

Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Republik Usbekistan plant San’at ein kulturelles Jubiläumsprogramm mit Ausstellungen, Konzerten und Vorträgen in Deutschland und Usbekistan.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Miniaturkunst zur „Baburnama“ sowie dem kulturellen Erbe von Amir Timur.

Ziel: Internationale Sichtbarmachung des kulturellen Erbes Usbekistans und Förderung des kulturellen Dialogs.

Projekt zum Tag der usbekischen Sprache

Das Projekt widmet sich der Förderung der usbekischen Sprache als Teil des kulturellen Erbes. Geplant sind Lesungen, Literaturabende und Bildungsformate für ein breites Publikum.

Ziel: Vermittlung sprachlicher Vielfalt und Förderung interkultureller Bildung.