„We are Berlin“
Familienevent am FEZ Berlin

Ort: FEZ Berlin

Datum: 06.06.-07.06.2026

Anlass: Familienevent „We are Berlin“

Konzeption und Entwicklung des Programms von San’at e.V.: Zukhra Rakhmatova

Das Team von San’at freut sich, Usbekistan im Rahmen des Familienevents „We are Berlin“, das am FEZ Berlin stattfand, vertreten zu haben. Die Veranstaltung stieß bei den Berlinerinnen und Berlinern sowie bei Gästen er Stadt auf großes Interesse. Wir hatten die Möglichkeit, die reiche Kultur, Kunst und Tradition Usbekistand durch folgende Programmpunkte zu präsentieren:

  • Kinderkunstausstellung „Die Welt durch Kinderaugen“. Als Fortsetzung der Ausstellung zum Internationalen Kindertag wurden die krativen Arbeiten der Kinder aus Usbekistan und Berlin einem noch breiteren Publikum präsentiert
  • Kreativ-Workshop „Die bunten Schätze Usbekistans“. Im Rahmen eines von der Gründerin des San’at-Forums entwickelten Formats lernten die Kinder die Formen und Bedeutungen traditioneller usbekischer Ornamente kennen und gestalteten ihre eigenen Kompositionen.
  • Blumenkranz-Workshop. Eines der beliebtesten Highlights unserer Organisation – die Teilnehmenden fertigten gemeinsam mit einer Meisterin eigene Blumenkränze an und nahmen diese als Erinnerung mit nach Hause
  • Leseecke. Für die Beucherinnen und Besucher wurde eine gemütliche Leseecke eingerichtet. Zudem fand dort die Präsentation des zweisprachigen deutsch-usbekischen Buches der usbekischen Autorin Sitora Usmonova sowie eine Lesung mit der Autorin statt.
  • Kinderkochkurs zur Zubereitung von Somsa. Gemeinsam mit den Kindern wurde der gesamte Prozess erlebt. Vom Kneten des Teiges bis zum Backen und gemeinsamen Verkosten.
  • Im Rahmen eines von uns vorbereiteten Tanzprogramms wurden usbekische Nationaltänze von in Berlin lebenden usbekischen Kindern aufgeführt.


Kreativ-Workshop „Die bunten Schätze Usbekistans“
Kinder erleben die Gestaltung traditioneller usbekischer Ornamente
Unsere Leseecke in zwei Sprachen
Kinder unserer Tanzaufführung mit unserer Vorstandsvorsitzenden Zukhra Rakhmatova

„Die Welt durch Kinderaugen“
Internationale Kinderkunstausstellung zum Internationalen Kindertag in Berlin

Ort: Emser Str. 12-13, Berlin

Datum:31.05.2026 -04.06.2026

Anlass: Internationaler Kindertag

Kuratorin der Ausstellung: Zukhra Rakhmatova

Veranstalter: San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V.

Beteiligte

  • Botschaft der Republik Usbekistan in der Bundesrepublik Deutschland
  • Aserbaidschanisches Kulturhaus Khari Bülbül e.V.
  • Rhythm Dance Group
  • Kunstschule Art Space Berlin
  • Musik- und Kunstschule Primo Piano Berlin
  • Logenhaus GmbH
  • MEcoVEA e.V.

Anlässlich des Internationalen Kindertages präsentiert San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. die internationale Kinderkunstausstellung „Die Welt durch Kinderaugen“. Die Ausstellung vereint Kinder aus Deutschland und Usbekistan und schafft einen Raum für Begegnung, Kreativität und kulturellen Austausch.

Rund 250 Kunstwerke von Kindern im Alter von drei bis dreizehn Jahren, darunter mehr als 50 Arbeiten aus Usbekistan, werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert. Die Werke zeigen die Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Träume einer jungen Generation und laden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten – durch die Augen von Kindern.

Die Welt aus der Sicht von Kindern

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen nicht Perfektion oder künstlerische Professionalität, sondern die authentische Sichtweise von Kindern auf ihre Umwelt. Die ausgestellten Arbeiten wurden von Kindern mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen geschaffen. Einige von ihnen besuchen Kunstschulen oder kreative Bildungsprogramme, andere malen zu Hause gemeinsam mit ihren Familien oder entdecken ihre Kreativität unabhängig von einer künstlerischen Ausbildung.

Gerade diese Vielfalt macht den besonderen Wert der Ausstellung aus. Jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte und spiegelt die individuelle Wahrnehmung eines Kindes wider. Die Werke unterscheiden sich in Technik, Stil und künstlerischem Niveau, doch sie verbindet eine gemeinsame Eigenschaft: Sie sind Ausdruck echter Gedanken, Gefühle und Vorstellungen von Kindern.

Die Ausstellung versteht Kinderkunst nicht als Wettbewerb, sondern als eine Form des Dialogs. Jede Arbeit wird als gleichwertiger Beitrag betrachtet, der zeigt, wie Kinder die Welt sehen, erleben und gestalten möchten.

Kunst als Brücke zwischen Deutschland und Usbekistan

Die Ausstellung fördert den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Usbekistan und verdeutlicht die verbindende Kraft der Kunst. Sie zeigt, dass Kreativität kulturelle, sprachliche und geografische Grenzen überwinden kann. Die präsentierten Werke machen sichtbar, dass Kinder unabhängig von Herkunft, Sprache oder Kultur ähnliche Werte teilen: Freundschaft, Familie, Frieden, Respekt und das Bedürfnis nach einem harmonischen Zusammenleben.

Damit leistet die Ausstellung einen Beitrag zur kulturellen Bildung, zur Förderung von Toleranz und gegenseitigem Verständnis sowie zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Ziele des Projekts

Die Ausstellung verfolgt insbesondere folgende Ziele:

  • Förderung der kreativen Entwicklung von Kindern;
  • Sichtbarmachung kindlicher Perspektiven und Ausdrucksformen;
  • Unterstützung des kulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Usbekistan;
  • Förderung von Offenheit, Respekt und interkulturellem Dialog;
  • Stärkung kultureller Bildungsarbeit und gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern;

Kulturelles Begleitprogramm

Neben der Ausstellung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Kulturprogramm mit traditionellen usbekischen und aserbaidschanischen Tanzdarbietungen von San’at Forum und Rhythm Dance Group, kreativen Workshops sowie Mitmachangeboten für Kinder und Familien. In den Workshops können Blumenkränze gestalten, Kinder malen, mit Ton arbeiten, und verschiedene kreative Techniken kennenlernen. Alle entstandenen Werke dürfen als persönliche Erinnerung mit nach Hause genommen werden.

Traditionelle usbekische Speisen und kulturelle Präsentationen bieten darüber hinaus Einblicke in die Kultur, Geschichte und Gastfreundschaft Usbekistans

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die ausgestellten Arbeiten stammen von Kindern aus Berlin, aus Kindergärten, Kunst- und Bildungseinrichtungen sowie von Schülerinnen und Schülern staatlicher Bildungseinrichtungen in Usbekistan, darunter Kinder aus Taschkent und dem Republikanischen Kunstkolleg P. Benkow.

Kinderkunstwerke werden unter anderem präsentiert von:

  • Aserbaidschanisches Kulturhaus Khari Bülbül e.V.
  • Kunstschule Art Space Berlin
  • Musik- und Kunstschule Primo Piano Berlin

Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche Kinder unterschiedlicher Nationalitäten und kultureller Hintergründe aus verschiedenen Berliner Bezirken sowie aus Usbekistan.

Zur feierlichen Eröffnung wird S. E. Herr Dilshod Akhatov, Botschafter der Republik Usbekistan in Deutschland, erwartet.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Idee des kulturellen Austauschs und der internationalen Verständigung. Sie zeigt eindrucksvoll, dass Kunst Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen kann.

Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung der Logenhaus Berlin GmbH realisiert. Ein besonderer Dank gilt Herrn Andrej Rein, Geschäftsführer der Logenhaus Berlin GmbH, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Unterstützung dieses internationalen Kulturprojekts.

Darüber hinaus danken die Organisatoren allen Partnerorganisationen, Bildungseinrichtungen, Familien, Ehrenamtlichen sowie unserem jungen Team des San’at-Forum und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die zur erfolgreichen Umsetzung der Ausstellung beigetragen haben.

Weiterführende Informationen

Faszination Zentralasien – Usbekistan

Ort: Schell Bistro, Berlin

Datum: 28.04.2026

Anlass: Vortragsabend „Faszination Zentralasien – Usbekistan“

Initiator und Vortragender: Christian Grosse, Zentralasienexperte

Gast: S.E. Dilshod Akhatov, Botschafter der Republik Usbekistan

Kultureller Beitrag: San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V.

Projektbeschreibung:
Der Vortragsabend „Faszination Zentralasien – Usbekistan“ bot einen eindrucksvollen Rahmen, um Usbekistan als Land der Seidenstraße, der historischen Städte, der reichen Kunsttraditionen und der kulturellen Vielfalt sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt standen die Geschichte, Architektur, Landschaften und gesellschaftlichen Traditionen Usbekistans – von den Medressen, Mausoleen und Moscheen bis hin zur Gastfreundschaft und kulinarischen Vielfalt des Landes.

San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. unterstützte die Initiative des Zentralasienexperten Christian Grosse mit einem kulturellen Beitrag. Durch traditionelle usbekische Tänze und künstlerische Elemente wurde der Vortrag um eine lebendige kulturelle Erfahrung erweitert. So entstand ein Abend, der Wissen, Begegnung und sinnliches Erleben miteinander verband.

Die Veranstaltung brachte Gäste aus Kultur, Gesellschaft, Sport und Politik sowie Freund:innen Usbekistans und Zentralasiens zusammen. In diesem Rahmen wurde kultureller Austausch nicht nur thematisch behandelt, sondern unmittelbar erfahrbar: durch Gespräche, gemeinsame Eindrücke und die Begegnung mit usbekischer Tradition.

Für unseren Verein war die Mitwirkung an diesem Abend ein wichtiger Beitrag zur internationalen Sichtbarmachung des kulturellen Erbes Usbekistans. San’at versteht Kultur als Brücke zwischen Menschen, Ländern und Institutionen. Der Abend zeigte, wie Vorträge, persönliche Begegnungen und künstlerische Beiträge gemeinsam einen Raum für Dialog und Verständigung schaffen können.

Ziel:
Förderung des kulturellen Dialogs zwischen Deutschland und Usbekistan, Sichtbarmachung usbekischer Traditionen und Stärkung persönlicher Begegnungen als Grundlage nachhaltiger kultureller Zusammenarbeit.

Weiterführende Informationen

Navro’z in Berlin: Wie ein Frühlingsfest zur kulturellen Brücke wurde

Ort: Humboldt-Forum im Berliner Schloss

Datum: 21.03.2026

Anlass: Fest „Nouruz, Newroz, Nauroz“

Festival Co-Kuratorin / Kuratorin des usbekischen Teils: Zukhra Rakhmatova

Künstler: Dilfuza Qobilova mit dem Ensemble „Milliy Meros“ der staatlichen usbekischen Philharmonie, Tanzmeisterin Malika Khaidarova, und weitere

Projektbeschreibung:

Mit rund 9.000 Besucher:innen wurde das Navro’z-Fest im Humboldt Forum zu einem der größten kulturellen Highlights des Jahres. Es entstand ein erlebbarer Kulturraum – ein Tag, der zeigte, wie internationale Zusammenarbeit konkret gelebt werden kann.  Berlin, ohnehin eine Stadt der Vielfalt, wurde an diesem Tag um eine spürbare Erfahrung reicher. Als zentraler Akteur brachten wir die Kultur Usbekistans auf die Bühne des Humboldt Forums. Das Projekt fand unter der Leitung des Humboldt-Forums gemeinsam mit sechs weiteren Berliner Kulturvereinen statt, die kulturelle Aspekte des Navro’z aus weiteren Ländern präsentierten.

Navro’z – kulturelles Erbe Erleben

Navro’z ist das Neujahrs- und Frühlingsfest, das von über 300 Millionen Menschen entlang der Seidenstraße begangen wird. Es gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO und markiert seit über 3.000 Jahren den Neubeginn, die Tag-und-Nacht-Gleiche – den Moment, in dem Natur und Gemeinschaft gleichermaßen erwachen. Im Humboldt Forum kamen Kulturen aus Zentralasien, dem Iran, Afghanistan und kurdischen Regionen zusammen und präsentierten ihre Perspektiven auf dieses gemeinsame Erbe. Navro’z wurde erfahrbar gemacht: Zwischen Musik, Bewegung und Begegnung.

Der Auftakt setzte ein klares Zeichen: Die kraftvollen Klänge von Karnay und Surnay öffneten den Raum – akustisch wie atmosphärisch.

Karnay und Surnay als akkustisches Highlight eröffneten den Raum

Highlights unseres Programms

Auf der Bühne verbanden sich traditionelle Tänze, Gesang und musikalische Virtuosität zu einem vielschichtigen Bild usbekischer Kultur. Renommierte Künstlerinnen wie die Tanzmeisterin Malika Khaidarova oder die Sängerin Dilfuza Qobilova standen dabei nicht nur für künstlerische Exzellenz, sondern für gelebte Tradition.

Beim Konzert der Sängerin Dilfuza Qobilova mit ihrem Ensembles „Milliy Meros“ der staatlich usbekischen Philharmonie wurde traditionelle usbekische Volksmusik zu Navro’z live dargeboten. Alle auftretenden Künstler sind Mitglieder der OÊ»zbekiston Davlat Filarmoniyasi (Staatliche Philharmonie der Republik Usbekistan) – der zentralen staatlichen Konzertinstitution des Landes. Sie repräsentieren Usbekistan regelmäßig bei offiziellen Staatsveranstaltungen sowie bei internationalen Kulturfestivals.

Auftritt des Ensembles Milliy Meros unter der Leitung von Dilfuza Qobilova

Die usbekische Musiktradition ist geprägt von jahrhundertealten höfischen und volkstümlichen Strömungen. Instrumente wie Karnay und Surnay sind eng mit öffentlichen Feierlichkeiten verbunden, während der Maqom-Gesang zu den anspruchsvollsten Formen klassischer Musik Zentralasiens zählt. Das Konzert bietet daher nicht nur musikalische Darbietungen, sondern eine Begegnung mit kultureller Identität, historischer Kontinuität und zeitgenössischer Interpretation traditioneller Kunstformen. Das Publikum hatte so die Möglichkeit, den musikalischen Teil des kulturellen Erbes Usbekistan zu erleben und neben dem Gesang auch den Klängen traditioneller Instrumente Karnay, Surnay und Doira zu lauschen.

Ein klares Highlight war auch der Tanzworkshop mit Malika Khaidarova – Dozentin und Meisterin des Ethno-Tanzes. Bei dem Workshop konnten die Teilnehmer*innen selbst die Magie traditioneller usbekischer Tänze erfahren und somit einen Teil der usbekischen Traditionen zu Navro’z erleben. Der traditionell von Frauen und Mädchen getanzte Fergana-Stil stand im Zentrum dieses Workshops. Die weiche Eleganz und innere Präsenz dieses Tanzes repräsentiert eine würdige, kraftvolle und feinsinnige Form der Weiblichkeit. Nebenden Grundlagen des traditionellen Fergana-Stils erhielten die Teilnehmerinnen auch einen EInblick in die traditionelle musikalische Struktur und zeitgenössische Interpretationen des usbekischen Tanzes.

Die Stimmung des Frühlingsfestes wurde zusätzlich durch umfassende musikalische, spielerische und tänzerische Einlagen zu den usbekischen Traditionen des Navro’z auf der Bühne im Foyer untermauert.

Doch das Erleben usbekischer Traditionen ging über das Bühnenprogramm hinaus: Kinder bastelten Drachen, Mädchen flochten Zöpfe, Familien gestalteten Blumenkränze. 

Zudem gab es ein umfassendes Workshop-Programm für Familien. Der Workshop „40 Zöpfe“ (qirq kokil) vermittelt eine traditionsreiche usbekische Haarflechtkunst mit tief verwurzelter symbolischer Bedeutung. Das Flechten zahlreicher feiner Zöpfe unter Einarbeitung eines speziellen Flechtbandes, des „Jamalak“, ist in Usbekistan seit Jahrhunderten verbreitet. Es gilt als Ausdruck von Schönheit, Weiblichkeit und kultureller Identität. Das Flechten war zudem ein sozialer Akt: Mütter, Großmütter und Töchter kamen hier zusammen. So wurde Wissen über Generationen hinweg weitergegeben – verbunden mit Fürsorge, Wärme und familiärer Nähe. Die gemeinsame Vorbereitung stärkte den familiären Zusammenhalt und festigte kulturelle Werte.

Weiterhin präsentierten wir einen interkulturellen Familienworkshop zur Gestaltung traditioneller usbekischer Drachen – dem Varrak. Besonders zu Navro’z wird das Steigenlassen der Drachen zu einem generationsübergreifenden Ritual: Kinder gestalten ihre Drachen eigenständig oder gemeinsam mit Eltern und Großeltern. Unabhängig von Alter oder sozialem Hintergrund entsteht ein gemeinschaftlicher Moment, der Menschen verbindet und das Erwachen der Natur feiert.

In einem weiteren Familienworkshop wurden Blumenkränze „Gulchambar“ geflochten, eine lebendige, gemeinschaftliche Tradition. Das Flechten solcher Kränze aus verschiedenen Blumen steht sinnbildlichfür das Erwachen der Natur und die Freude über den kommenden Frühling.

Begleitend wurde zudem ein kulinarisches Programm und ein Bazar geboten. Neben den Highlights der erlebbaren Kultur zu Navro’z lud der Duft von Plov und frisch gebackenen Samsa zum Probieren der traditionellen Speisen ein. Ein Basar sorgfältig ausgewählte traditionelle Handwerkskunst sichtbar, erlebbar und für Besucher erwerbbar machte.

Hier wurde Kultur angeeignet, ausprobiert und weitergetragen. Diese Beiträge waren Teil eines kuratierten Gesamtprogramms, das San’at e.V. im Vorfeld konzipiert hatte. Die interne Planung zeigt, wie bewusst einzelne Elemente – Musik, Tanz, Workshops und audiovisuelle Inhalte – miteinander verzahnt wurden, um ein ganzheitliches Erlebnis zu schaffen.

Kulturelle Brückenbauer und Modell für die Zukunft

Was diesen Tag besonders machte, waren neben den einzelnen Programmpunkten die Art der Präsentation als gelebte Praxis im Raum:. Gespräche entstanden beiläufig – zwischen Generationen, Kulturen und Hintergründen. Kinder erklärten ihren Eltern das eben Gelernte, Besucher:innen blieben länger als geplant, weil sich immer neue Perspektiven eröffneten. Das Fest wurde zu einem sozialen Raum: offen, durchlässig, einladend. Ein Moment, in dem aus Publikum Beteiligte wurden.

Im Zentrum dieser Entwicklung stand unser Verein und unsere Gründerin Zukhra Rakhmatova als Kuratorin eines kulturellen Dialogs. Ihr Ansatz: Kultur nicht isoliert zu präsentieren, sondern als verbindendes Element zu denken – zwischen Ländern, Institutionen und Menschen. In der Zusammenarbeit mit dem Humboldt Forum und sechs weiteren Vereinen entstand so ein Format, das über den einzelnen Tag hinausweist.

Was bleibt, ist mehr als die Erinnerung an einen gut besuchten Tag. Das Navro’z-Fest zeigt, welches Potenzial in Formaten liegt, die nicht nur präsentieren, sondern involvieren. In einer Zeit, in der kultureller Austausch oft abstrakt bleibt, bietet dieses Modell eine konkrete Antwort: Begegnung entsteht dort, wo Menschen aktiv teilnehmen.Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Bedeutung dieses Tages – als leiser Hinweis darauf, wie kultureller Dialog in europäischen Städten künftig aussehen kann.

Das Team von San’at am Humboldt-Forum

Weitere Informationen

 Ausstellung „Ein Vermächtnis über Jahrhunderte hinweg – Die usbekische Miniaturkunst“

Ort: Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin

Datum: 18.02.2026

Anlass: 585. Jubiläum von Alisher Navoi und des 543. Geburtstages von Zahiriddin Muhammad Bobur

Kuratorin: Zukhra Rakhmatova

Künstler: Avazbek Qodirov, Zilola Sulaymonova, Shohrux Butayev, Sabrina Jonibekova, Olim Omonov, Ibrat Fayzullaev

Die Ausstellung „Ein Vermächtnis über Jahrhunderte hinweg – Die usbekische Miniaturkunst“ von San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft e.V. anlässlich des 585. Jubiläums von Alisher Navoi und des 543. Geburtstages von Zahiriddin Muhammad Bobur präsentiert zeitgenössische Positionen der Miniaturmalerei aus Usbekistan und untersucht deren Verwurzelung in einer jahrhundertealten Bild- und Literaturtradition Zentralasiens. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich eine klassische Kunstform im Spannungsfeld von historischer Überlieferung und gegenwärtiger künstlerischer Praxis neu definiert.

Ausgangspunkt der Ausstellung bildet das literarische Erbe von Alisher Navoi und Zahiriddin Muhammad Babur, deren Werke seit dem 15. Jahrhundert zu den wichtigsten Quellen der Miniaturmalerei in Zentralasien zählen. Ihre Dichtung prägte nicht nur die literarische Kultur der Region, sondern auch eine reiche visuelle Bildsprache, in der Ethik, Spiritualität, Natur und gesellschaftliches Leben miteinander verwoben sind.

Ein zentraler Teil der Ausstellung widmet sich zeitgenössischen Miniaturen, die von Szenen aus der Chamsa Navoi inspiriert sind – einem der bedeutendsten poetischen Zyklen der Turksprachen und damit Ursprung der usbekischen Literaturtradition. Diese Werke knüpfen an die historische Praxis der Kalligraphie an und übertragen ihre narrative Bildlogik in die Gegenwart.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Miniaturen mit Darstellungen von traditionellen Teehäusern, Basaren, Musik und sozialen Begegnungen. Die Motive visualisieren gesellschaftliche Strukturen und kollektive Erfahrungsräume. Sie machen sichtbar, wie sich die kulturelle Identität des usbekischen Volkes in Bildern formt und bewahrt.

Zeitgenössische Miniaturkunst aus Usbekistan

Zukhra Rakhmatova bei ihrer Eröffnungsrede

Botschafter Dilshod Akhatov bei der Eröffnung der Ausstellung

Die Miniaturmalerei hatte ihre Blütezeit vom 14. bis 16. Jahrhundert, insbesondere während der Timuridenzeit. Sie entwickelte eine eigenständige Bildsprache in einer flachen Perspektive ohne Schatten und Tiefe, jenseits westlicher Perspektivsysteme. Raum, Zeit und Handlung erscheinen nicht illusionistisch, sondern simultan und symbolisch organisiert. Farbe, Ornament und Komposition dienen nicht der naturalistischen Abbildung, sondern der Vermittlung geistiger Inhalte, narrativer Verdichtung und ästhetischer Ordnung.

Die präsentierten Werke sind Arbeiten von Lehrenden und Absolventen zweier zentraler Ausbildungsstätten der usbekischen Miniaturkunst: der Abteilung „Miniatur und Buchgrafik“ des Nationalinstituts für Kunst und Design, benannt nach Kamoliddin Behzod, sowie der Republik-Spezialkunstschule für Lackminiatur, benannt nach Pavel Benkov, trägt. Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler verdeutlicht die Weitergabe künstlerischer Prinzipien über Generationen hinweg und zeigt zugleich individuelle zeitgenössische Handschriften innerhalb einer gemeinsamen Tradition.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Miniaturmalerei nicht nur als historisches Artefakt, sondern auch als lebendige visuelle Sprache zu entdecken – als Kunstform, die Literatur, Geschichte und Gegenwart in einem verdichteten Bildraum miteinander verbindet.

Erste Ausstellung geretteter Werke zeitgenössischer usbekischer Künstler

Ort: Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin

Datum: 02.06.2025

Anlass: Unternehmerinnenkonferenz „Women in Business & Society: Unternehmerinnen aus Usbekistan und Deutschland im Dialog“

Kuratorin: Zukhra Rakhmatova

Künstler: Sharifa Sharafkhodjaeva, Diyor Razikov, Nuriddin Rasulov

Projektbeschreibung:

Diese Ausstellung bildete den Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins San’at – Forum für Kunst, Kultur und Wissenschaft. Gezeigt wurden gerettete Werke zeitgenössischer usbekischer Künstler, die während der Pandemie in Europa verschollen waren und von der Kunsthistorikerin und Kuratorin Zukhra Rakhmatova in einer mehrwöchigen Suche wiedergefunden und bewahrt wurden.

Die Präsentation in der Botschaft der Republik Usbekistan in Berlin stand symbolisch für die „Rückkehr der Kunst in die Heimat“ und markierte den öffentlichen Auftakt des Vereins. Im Rahmen der Konferenz wurde nicht nur die Ausstellung eröffnet, sondern auch die Gründung von San’at offiziell bekanntgegeben.

Als kulturelle Brückenplattform zwischen Deutschland und Usbekistan gestaltete San’at das Programm des Abends aktiv mit. In Kooperation mit der Primo Piano Musikschule wurde ein musikalischer Beitrag in das offizielle Programm integriert, bei dem ausgewählte klassische Kompositionen präsentiert wurden. Der künstlerische Rahmen bereicherte die Konferenz und schuf einen lebendigen Raum für interkulturellen Austausch zwischen Unternehmerinnen, Kulturschaffenden und Gästen aus beiden Ländern. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Menschen verbindet und Dialog ermöglicht.

Weitere Informationen:

Geplante Projekte

Unsere Projekte verbinden zeitgenössische Kunst, kulturelles Erbe, Bildung und interkulturellen Dialog zwischen Usbekistan und Deutschland. Die nachfolgenden Projekte sind aktuell in Planung

Internationale Kinderkunstausstellung zum Internationalen Kindertag (1. Juni)

Zum Internationalen Kindertag organisiert San’at eine internationale Kinderkunstausstellung mit Werken von Kindern aus Usbekistan und Deutschland. Präsentiert werden Arbeiten aus führenden Kunstschulen Usbekistans sowie von jungen Künstler:innen aus Deutschland.

Die Ausstellung schafft einen kreativen Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitiges Kennenlernen.

Ziel: Förderung kultureller Bildung, Kreativität und internationaler Verständigung von Kindesalter an.

Deutsch-usbekisches Restaurierungs- und Wissensaustauschprojekt mit Dr. Anke Scharrahs

Projektbeschreibung: San’at plant ein internationales Restaurierungs- und Wissensaustauschprojekt in Kooperation mit der renommierten deutschen Restauratorin Dr. Anke Scharrahs. Dr. Scharrahs ist eine weltweit anerkannte Expertin für Konservierung und Restaurierung historischer und polychromer Holzobjekte sowie kunsthistorischer Innenräume. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Erforschung und Restaurierung bedeutender kulturhistorischer Objekte, darunter internationale Restaurierungsprojekte wie die langjährige Restaurierung des berühmten Aleppo-Zimmers im Museum für Islamische Kunst in Berlin.

Im Rahmen dieses Projekts soll Dr. Scharrahs nach Usbekistan eingeladen werden, um gemeinsam mit lokalen Museen, Restaurator:innen und Kunstinstitutionen fachlichen Austausch zu initiieren, Workshops und Vorträge anzubieten und gemeinsame Ansätze zur Bewahrung kulturellen Erbes zu entwickeln.

Ziel: Aufbau nachhaltiger Kooperationen im Bereich Restaurierung und Kulturerhalt, professioneller Erfahrungsaustausch zwischen Deutschland und Usbekistan sowie Stärkung des kulturellen Dialogs durch gemeinsames Wissen und praktische Zusammenarbeit.

Jubiläumsprojekt „35 Jahre Unabhängigkeit Usbekistans“

Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Republik Usbekistan plant San’at ein kulturelles Jubiläumsprogramm mit Ausstellungen, Konzerten und Vorträgen in Deutschland und Usbekistan.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Miniaturkunst zur „Baburnama“ sowie dem kulturellen Erbe von Amir Timur.

Ziel: Internationale Sichtbarmachung des kulturellen Erbes Usbekistans und Förderung des kulturellen Dialogs.

Projekt zum Tag der usbekischen Sprache

Das Projekt widmet sich der Förderung der usbekischen Sprache als Teil des kulturellen Erbes. Geplant sind Lesungen, Literaturabende und Bildungsformate für ein breites Publikum.

Ziel: Vermittlung sprachlicher Vielfalt und Förderung interkultureller Bildung.